Das 60.Wortspiel mit Sommerpause

Heute sehen Sie bereits die 60. Episode der preisungekrönten Erfolgsserie „Schlechte Wortspiele, schlecht nachgespielt“ Damit das hohe satirische Niveau von 2gewinnt erhalten bleiben kann und uns das immer näher rückende Burnout nicht dahinrafft, haben wir uns für eine kreative Sommerpause entschieden. David wird die Zeit nutzen um auf der Volkshochschule einen mediterranen Kochkurs und ein Seminar humoristische Tiefflieger zu besuchen. Ich hingegen werde meinen Verpflichtungen als Unterschenkelmodell nachgehen und die Cordhosen-Herbstkollektion großer Versandhäuser anpreisen.
Aber Anfang September sind wir wieder zurück, mit vielen neuen Wortspielen, Sketches und fröhlich-sonderbaren Texten im Gepäck. Bis dahin darf das 2gewinnt-Archiv gerne durchforstet werden um die Wartezeit zu verkürzen.

Alles Liebe
Eure 2gewinnt-Redaktion

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Homajon

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5 Dinge …

„Only the good die young”, sang Billy Joel einmal. Hans Dichand starb vor 2 Wochen im Alter von 89 Jahren. Ein Nachruf von uns erfolgte damals nicht, aufgrund des fehlenden Talents für Heuchelei. Kritik an einem Toten ist pietätlos, besagt die österreichische Mentalität. Verdrängung funktioniert hierzulande schon seit über 60 Jahren, warum diese erfolgreiche Strategie nur für einen toten Herausgeber ändern. Trotzdem stellen sich folgende Fragen nach Dichands Tod:

  • Vor wem dürfen sich die österreichischen Politiker nun vorausschauend in den Staub werfen?
  • Wird Barbara Rosenkranz nie wieder eine eidesstattliche Erklärung unterzeichnen müssen?
  • Wird es analog zur Mozartkugel einen Hans-Dichand-Gugelhupf geben?
  • Wer streichelt jetzt Dichands Hund?
  • Werden die Kroneleser eh nicht vergessen wie pfui die EU ist?

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Homajon

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Montag ist Wortspieltag…

… heute ausnahmsweise nicht. Sicherlich gäbe es eine Begründung, aber man muss ja nicht alles wissen. Als Lückenfüller gibt es zwei Wortspiel Classics. Fast in HD und digital not remastered! Na, ist das was?
Eine neue Episode von „Schlechte Wortspiele, schlecht nachgespielt“ wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. Wie immer auf www.2gewinnt.at (was für eine schöne Seite!).


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Haare statt Glatze


Quelle: teletext.orf.at/Screenshot

Bei vielen Menschen in meiner Umgebung löst eine meiner Angewohnheiten verzweifeltes Kopfschütteln aus. „Heutzutage gibt es schon Bilder und modernere Aufmachungen, du Hinterwäldler!“ Mit solchen oder ähnlichen Vorwürfen muss ich Tag ein, Tag aus leben. Vom Teletext lesen wird mich das aber nicht abhalten. Ich habe eine harte Schale. Dreistellige Zahlencodes sind voll cool.

Aber Teletext hin oder her. Was ist mit unserer Welt los? Auf Seite 100 sind üblicherweise acht Schlagzeilen zu lesen. Am gestrigen Tage, dem 22.06, waren genau zwei davon als positiv zu bewerten: Der lockere Aufstieg Argentiniens bei der WM in Südafrika und das Wetter. Zwei Tatsachen, die definitiv ein Ende nehmen. Eine am 11. Juli, wenn das Finale in Kapstadt gespielt wurde. Die andere spätestens zum Winteranfang. Keine Ahnung wann der dieses Jahr sein wird. August? September?

Der Rest ist durch die Bank ein Armutszeugnis unseres tristen Daseins auf Erden. Die Zogajs, die zum Auswandern gezwungen werden; die Kirche, die vorne und hinten nicht weiß wie sie mit den Missbrauchsanschuldigungen umgehen soll; der nächste Ölteppich, der mittlerweile die Küsten Ägyptens verpestet; das notgedrungene Sparpaket Großbritanniens, das um nichts besser da steht als Griechenland und die Französische Nationalmannschaft, die die WM als große Bühne für ihre Farce sondergleichen benutzt.

Aber wissen Sie was? Genau in solchen Momenten bin ich dann doch wieder froh, dass mein Informationsmedium Nr. 1 der Teletext ist. Warum? Er trotzt den negativen Schlagzeilen auf seine eigene Art und Weise. Haare statt Glatze, S. 653.

David

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Ein Text als Sendung mit Anrufer

Wie soll ich anfangen? Vielleicht mit einem „Es war einmal…“ oder „Es war zweimal…“ (unnötiger Wortwitz). Aber vielleicht auch das Ende zuerst, die Pointe sozusagen als Aufhänger nutzen. Nein, so lässt sich kein Spannungsbogen aufbauen, scheußlicher Gedanke. Wie Sie sehen (eigentlich lesen) können, fällt es mir schwer anzufangen, nicht nur mit diesem Text. Anfänge sind mühsam, weil sie etwas Neues einleiten, außer bei Wiederholungen, die müssen selbstverständlich auch beginnen, aber der Ablauf ist bekannt. Das wirft die Frage von zerstörten Überraschungsmomenten und erfüllten Erwartungen in der Handlung auf… führt das jetzt zu weit? Blick in die Regie… Ja, meine Damen und Herren, ich bekomme gerade das Zeichen von meinem Regisseur, dass dies leider zu weit führen würde. Sendezeit ist knapp und teuer, auch wenn digitales Papier geduldig ist. Bitte schalten Sie auch nächste Woche wieder ein…
Moment, ich sehe gerade wir haben einen Anrufer in der Leitung, der geht sich noch aus bevor wir für heute Schluss machen müssen. Bitte, Hallo wer ist in der Leitung? „Ich würde gerne anonym bleiben, aber ich will auch nur sagen, dass ich eure Wortspiel echt blöd finde! Auch im meinem Freundeskreis findet euch keiner lässig oder irgendwie lustig. Aber der eine von euch, ist schon voll süß…“ Liebe Anruferin, ich schließe mich deiner Meinung an. Um ein selbstkritisches Ende für diese Zeilen zu finden: Der heutige Klappentext, inklusive Anrufer, hat es einmal mehr geschafft in keiner Weise inhaltlich auf das heutige Wortspiel einzugehen. War trotzdem eine schöne Sendung. Bis nächste Woche!

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Homajon

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Ein Aphorismus

Intellektuelle Unsterblichkeit, dies ist das Ziel welches jeder erreichen will. Die Triebfeder des Egozentrikers, somit auch meine. Der beste Weg um das zu erreichen ist oft und im besten Fall mit Quellenangabe zitiert zu werden. Einseitige Aphorismen, die Pseudoantworten liefern sind dafür ideal geeignet. Folgender Sinnspruch dominierte letzte Nacht meine Träume und quält mich seitdem, da er wichtigen Speicherplatz in meinem Langzeitgedächtnis belegt. Deswegen halte ich das Ergebnis meiner philosophischen Epiphanie (eine etwas sehr weit hergeholte Formulierung, da gebe ich Ihnen recht) hier schriftlich fest, in der Hoffnung oft zitiert zu werden und den Satz endlich aus dem Kopf zu bekommen.

Humor ist eine weitere Strategie das Leben bestmöglich zu meistern.

Homajon

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Hinterfragen tut gut!

Weil wir gerade dabei sind ein wenig kritisch zu denken und Dinge zu hinterfragen (Chance WM), haben wir uns gedacht, bleiben wir doch dabei.

In Zeiten von Wirtschaftskrise, Ölkatastrophe und CO2-Überschuss wäre es doch eigentlich ganz passend, einmal einen anderen Weg einzuschlagen. Wie viele Ereignisse müssen denn noch eintreten, um die Vernunft der Menschen zu wecken?
Oftmals denke ich mir, so blind und verbittert kann die Menschheit gar nicht sein, um den Tatsachen endlich ins Auge zu blicken. Vielleicht muss man es ihnen einfach nur zeigen.  Noch deutlicher. So deutlich, dass ein wegschauen praktisch unmöglich ist.

Ein Dame, die sich die Arbeit gemacht hat, aktuelle Probleme kritisch zu hinterleuchten, ist Annie Leonard. Ihr Projekt „Story of Stuff“ wurde 2008 gegründet und deren 20-minütiger Hauptfilm (Video The Story of Stuff) bereits über 10 Million mal gesehen.
Mittlerweile gibt es zwei weitere Filme, die online zu sehen sind. Einer aus dem Jahr 2009 zum Thema Emissionshandel (Video The Story of Cap & Trade) und ein brandneuer aus dem März dieses Jahres, der die Geschichte der Plastikflaschen (Video The Story of Bottled Water) beleuchtet.
Grandios dargestellt und einfach zu verstehen.

The Story of Stuff Homepage.

Kritisches Denken. Es ist nie zu spät.

David

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Öl ist böse aber unsere Zukunft

Wer die letzten Wochen nicht einem Wachkoma zugebracht hat, wird wahrscheinlich einiges über Öl-Katastrophen gelesen und gehört haben. Öl ist böse! Zu diesem Schluss werden Sie wohl gekommen sein. „Oba net a jedes! Des Kurbiskernöl sicha net!“, wird sich jetzt der eine oder andere Steirer zu Recht echauffieren. Stimmt schon, eine Verallgemeinerung ist hier nicht zulässig. Es spielt sicherlich eine Rolle wo das Öl aufgewachsen ist und wie es sozialisiert wurde. Man kann nicht alle über einen Kamm scheren. Auch der Freundeskreis und das nähere Umfeld haben einen großen Einfluss die soziale Entwicklung. Das ist natürlich keine Entschuldigung für das Verhalten, aber man muss die Verhaltensmuster verstehen um helfen zu können. Ein ehrliches Gespräch auf gleicher Augenhöhe ohne Vorurteile, hat hierbei schon oft geholfen. Versuchen Sie nicht zwanghaft im Jugendjargon zu sprechen, sonst werden Sie nie ernst genommen.

Man kann sich jedoch darauf einigen, dass Erdöl, welches ungebremst ins Meer strömt, eher kontraproduktiv für die Umwelt ist. Man sollte nicht dort scheißen, wo man isst.
Trotz aller Kritik, die berechtigt und richtig ist, muss bedacht werden, dass Öl auch eines Tages unsere Zukunft sein wird. In ein paar Millionen Jahren könnten wir es sein, die aus den Tiefen der Erdkruste ins Meer strömen. Keine schöne Vorstellung.

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Homajon

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Chance WM?

Ich bin gestern auf der Universität gesessen und habe mir die Worte meines Kollegen mehrmals durch den Kopf gehen lassen. Kritisches Denken hat er es genannt. Die WM beginnt. Sie findet statt, aber man sollte sich ein wenig davor in Acht nehmen. Einen Blick hinter die Kulissen wagen. Wer zieht die Fäden? Wer profitiert? Wer gewinnt den „wirklichen“ Pokal?
Jetzt kann man natürlich darüber streiten, welche Auswirkungen die Austragung der WM auf das Gastgeberland beziehungsweise auf den ganzen Kontinent haben wird. Fakt ist aber: Die Weltmeisterschaft findet statt. Unwiderruflich. Ab heute.
Zwei Möglichkeiten stehen einem jetzt offen: Kritik und Boykott oder mögliche Chancen suchen und nutzen. Und vor allem für die Zukunft und die nächste WM lernen.

In meinem Seminar auf der Universität war gestern ein Vortragender aus dem Kamerun zu Gast. Er hat eine Vorlesung zum Thema „zivilgesellschaftliche Organisationen in Kamerun“ gehalten. Gegen Ende habe ich ihn gefragt, was er von der WM hält. Er sagte, er könne nur von Kamerun sprechen. Dort gibt es über 200 politische Parteien, die sich im alltäglichen Leben gegenseitig das Leben schwer machen und für unterschiedliche Interessen kämpfen, anstatt gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Die einzige Zeit, wo ganz Kamerun vereint ist, sei laut dem Vortragenden die Zeit während der Fußballweltmeisterschaft.

Ich bin der Meinung der Fußball hat enormes Potenzial. Wichtig ist nur, dass dieses Potenzial ausgeschöpft wird.
Wie schöpft man dieses Potenzial am Besten aus? Kritisches Denken ist ein erster Schritt.

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Dialog zur Fußball WM
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David

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Dialog zur Fußball WM


Quelle: 2gewinnt

In einem Gastgarten.

A: Ich freu mich schon wahnsinnig auf die WM. Daheim auf der Couch sitzen, ein Bier nach dem anderen zischen und in Richtung meines neuen HD-Fernsehers brüllen. Das nenne ich Emotionen.

B: Sportlich, sportlich. Wobei die WM ja vielmehr das einzige funktionierende Wirtschaftsmodell ist, das noch Gewinn abwirft.

A: Ach, hör mir doch damit auf. Da geht’s in erster Linie um Fußball, Ehrgeiz und die besagten Emotionen. Natürlich wird da auch ein bisserl Geld verdient. Das gehört dazu.

B: Ja, knapp 2,6 Milliarden Euro setzt die WM um, profitieren wird aber nur die FIFA.

A: Und was ist mit dem Mehrwert für das Gastgeberland? Das ist kostenlose Werbung und kurbelt die Wirtschaft an.

B: Das hat man bei den Fanmeilen in Österreich vor zwei Jahren gesehen. War ja ein Riesenerfolg für die Wirtschaft.

A: Gut, das ist blöd gelaufen. Aber immerhin ist das Sportereignis des Jahres, was sage ich der nächsten Jahre!

B: Wie macht der Papagei? Schön hast du die platten PR-Phrasen übernommen. Die Öffentlichkeitsarbeit der FIFA zeigt Wirkung.

A: Es ist nun mal so, Fußball verbindet die Menschen. Gerade bei einer WM.

B: Ich kann mir das bildlich vorstellen: wie harmonisch die unterbezahlten Fabrikarbeiter in Pakistan beim Fußballnähen für die Sport-Großkonzerne zusammengekuschelt in einer kargen Halle die Weltmeisterschaft auf einem 30cm Fernseher, ohne HD, verfolgen. Fußball verbindet.

A: Nur ca. 80 Prozent aller Fußbälle werden in Pakistan hergestellt.

B: Na dann.

A: Nur weil du Fußball nichts abgewinnen kannst, brauchst du anderen nicht die WM madig machen.

B: Das stimmt so nicht. Ich habe gelesen, dass Fußballspiele die Ersatzkriege unserer Zeit sind. Und das ist mir schon um einiges lieber, das zeugt zumindest von einer gewissen geistigen Weiterentwicklung, wenn auch auf Basis einer Ersatzhandlung. Nur die Hooligans müssen das noch verstehen lernen.

A: Na siehst, Fußball ist also doch nicht so kapitalistisch und schlecht wie du tust. Immerhin werden fast 800 Millionen Menschen die WM im TV verfolgen. Das spricht für Beliebtheit und nicht zu letzt die Professionalität des Sports.

B: Ein Argument, das natürlich ganz und gar gegen jeden wirtschaftlichen Gedanken spricht. Die WM findet aus reiner Nächstenliebe und Jux und Tollerei statt. Außerdem weiß ich nicht so recht wie ernst ich erwachsene Männer in kurzen Hosen nehmen kann, die einem Ball hinterher hetzen und sich dabei filmen lassen.

A: Das war polemisch. Ich werde mir auf jeden Fall alle Spiele ansehen.

B: Gut, aber vergiss nicht dich ab und zu zwischen den Spielen und dem Bierkonsum ein wenig körperlich zu betätigen.

A: Zum Beispiel?

B: Weiß nicht, irgendwas das gar nicht auf de Hand liegt… Fußball vielleicht?

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Homajon

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