Archive for November 2008
Leberkäse Superstar – 8.Akt

Achter Akt
Erste und einzige Szene
Homajon und David sitzen im Wartezimmer der boboesken Ordination „Infektionskrankheiten and more“. Über die Lautsprecher dröhnen die aktuellen Alternative-Charts. Gegenüber den beiden versucht ein Pensionist, der aus dem Behandlungsraum torkelte, seit einigen Minuten seine zerrissene Hose zuzuknöpfen.
Homajon (schreiend, um die Musik zu übertönen): Durch deine ständigen Arztbesuche können wir kaum noch andere Termine wahrnehmen. Warum musstest du auch dem Eichhörnchen hinterher jagen?
David (wischt sich den Schaum von den Lippen): Woher soll ich als Stadtjunge wissen, dass Eichhörnchen dermaßen aggressiv werden können. Ich konnte nur mit Mühe meinen offenen Rücken vor diesem Biest schützen. Du… (verunsichert) aber Tollwut ist schon heilbar, oder?
Homajon: Natürlich, mach’ dir keine Sorgen. Und das mit dem abgebissenen Finger kriegen wir auch wieder hin, sobald ihn das Eichkatzerl unverdaut ausscheidet. Der Arzt hier ist wahrlich ein Wunderheiler, nur seine Untersuchungsmethoden muten anfangs etwas seltsam an.
David: Was meinst du damit?
Homajon: Naja, er besteht zwanghaft darauf, dass man sich als Patient ganzkörperfrei macht. Selbst bei einfachen Untersuchungen im Rachenbereich. Ich bin mir auch nicht sicher ob das aufgebaute Kameraequipment mit der Beleuchtungsanlage im Behandlungsraum, wirklich nur eine Überwachungskamera für den privaten Gebrauch ist.
David: Dann weigere ich mich einfach mich auszuziehen. Muss ja nicht jeder meinen behaarten Männerbrustansatz sehen.
Homajon (leicht abgelenkt mit dem Handy am Ohr): Wie du meinst, dann ergeht es dir eben wie dem verstörten alten Mann gegenüber. Aber sei jetzt still, ich versuche meine Leberkäsesemmel groß raus zu bringen.
David wird von der gehörlosen Ordinationsgehilfin in den Behandlungsraum gebeten.
Vorhang fällt
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Leberkäse Superstar – 1.Akt
Leberkäse Superstar – 2.Akt
Leberkäse Superstar – 3.Akt
Leberkäse Superstar – 4.Akt
Leberkäse Superstar – 5.Akt
Leberkäse Superstar – 6.Akt
Leberkäse Superstar – 7.Akt
Add comment November 28, 2008
Wünsche an den Nordpol

Quelle: 2gewinnt/David
Liebes Christkind, lieber Weihnachtsmann, liebe Rentiere, liebe Elfen,
schon bald ist Weihnachten. Der November neigt sich dem Ende zu. Die ersten Schneeflocken sind schon vom Himmel gefallen. Und bevor es bei euch mächtig zur Sache geht, habe ich mir gedacht ich äußere jetzt schon meine Wünsche. Ihr seid ja dieses Jahr nicht gerade zu beneiden, nicht wahr? Interessanterweise wollen sicher alle wieder etwas zurück, was sie bereits schon einmal hatten.
Hier eine kleine Hilfe: Falls ihr da oben am Nordpol, oder wo auch immer ihr seid, den Menschen in Österreich einen Gefallen tun und wirklich Wünsche erfüllen wollt, dann müsst ihr drei Dinge unter den Weihnachtsbaum legen.
Erstens ein bisschen Geld. Die böse Finanzkrise hat ganz viel Bares verschluckt. Das muss schön brav alles zurück, damit das Spielchen wieder von vorne losgehen kann.
Zweitens wird das sicher nix mit der großen Koalition neu. Legt den Österreichern einfach die gute alte Streitkoalition wieder unter den Tannenbaum. Die hatte zumindest einen größeren prozentuellen Zuspruch.
Und zu guter Letzt wünscht sich so mancher wieder die prägende Figur aus dem Süden zurück. Vielleicht könnt ihr dabei behilflich sein, dass in Kärnten endlich wieder die Sonne aufgeht.
Mein Anliegen ist vergleichsweise einfach zu verwirklichen. Ich wünsche mir lediglich, dass alles so bleibt wie es ist. Und dass die Menschen endlich die Zeichen der Zeit erkennen und bereit sind, etwas zu ändern.
Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.
Tiefster Respekt,
P.S.: Ich will mal nicht so bescheiden sein. Weiße Weihnachten wären natürlich auch ein Traum, keine Frage.
Add comment November 27, 2008
Lebensmensch verloren – Die Trilogie: Part I

Eigentlich passe ich auf meine Sachen immer sehr gut auf. Aber trotzdem kann es vorkommen, dass ich das eine oder andere einfach verlege und nicht wieder finde. Man kann einiges verlieren: Schlüssel, die Sprache oder die Unschuld (die ich in meinem Fall, damals übrigens in der „Lost and Found Box“ wieder gefunden habe). Aber dass ich meinen Lebensmenschen verlieren könnte, lag außerhalb meiner Vorstellungskraft.
Ich habe David, meinen von mir hoch geschätzten Lebensmenschen, verloren! Wir waren wie jeden Samstagnachmittag im örtlichen Einkaufszentrum, beim Schokolatier unseres Vertrauens, Süßwaren einkaufen. Die Verkäuferin wies mich noch auf das Schild hin: „Für Wertgegenstände wird nicht gehaftet.“ Ich dachte, die attraktive Gundi wollte mit mir flirten. Doch beim Versuch meinen nicht vorhanden Charme bei der Verkäuferin spielen zu lassen muss etwas Schreckliches passiert sein. Denn nach einer obligatorischen Abfuhr, der in der Menopause befindlichen Gundula, war David einfach verschwunden. Ohne auch nur einen leisesten Hinweis wohin. Trotz stundenlanger Suche konnte ich meinen Lebensmenschen nicht finden. Er ist seither einfach weg. Ich hoffe nur, er ist nicht vom rechten Wege abgekommen. Ich mache mir Sorgen, denn David, der ist immer zu schnell unterwegs. Führt ein einsames Leben auf der Überholspur. Waren meine Gags wirklich immer so schlecht, wie er behauptete? Ist er gar zum Lachen in den Keller gegangen? Weiß er denn nicht, wie gefährlich das in Österreich ist? Oder noch schlimmer: Wurde David als billige ostösterreichische Arbeitskraft in ein südliches Bundesland verschleppt?
David, solltest du die Zeilen lesen oder dir aufgrund deiner starken Lese- Rechtschreibschwäche vorlesen lassen, bitte melde dich!
Falls mein Lebensmensch nicht innerhalb der nächsten Tage auftaucht, werde ich eine Pressekonferenz einberufen müssen. Ob ich dazu schon fähig sein werde, sei dahingestellt. Selbst beim Verfassen dieser Zeilen flossen die Tränen literweise über meine maskulinen und kantigen Wangen. Diese tiefe Trauer über den Verlust meines Lebensmenschen wird mich noch in den Tod durch Dehydrierung treiben. Aber ich werde David nicht aufgeben…
Fortsetzung folgt
2 comments November 26, 2008
Verliererstraße
Um ein Denkmal gesetzt zu bekommen, bedarf es einer außergewöhnlichen Leistung.

Strachegasse – Photoquelle: 2gewinnt/David
Der Begriff „außergewöhnlich“ lässt natürlich viel Spielraum für Interpretationen, wie dieses Bild aus einer Wiener U-Bahnstation mustergültig unter Beweis stellt.
Add comment November 25, 2008
Vorsicht mit den Zahlen
Wie heißt das Sprichwort so schön: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Befolge jeden Schritt des Lebens sorgsam. Sei schlau und überlege mit Scharfsinn.
Diese Weisheit kann auf alle Disziplinen des Lebens umgelegt werden. So auch auf die der Mathematik. Bei laienhafter Ausführung vermag man einer simplen Addition nicht das richtige Ergebnis zuzuordnen. Dabei ist doch klar, dass 2gewinnt plus 2gewinnt plus 2gewinnt plus 2gewinnt 9gewinnt ergibt. Oder war es doch 7gewinnt? Homajon verhält sich wieder einmal tölpelhaft. Nicht so sein liebenswerter Kollege David.
Add comment November 24, 2008
Leberkäse Superstar – 7.Akt

Siebter Akt
Erste und einzige Szene
David und Homajon befinden sich auf ihrem Tandem-Dreirad auf dem Weg zu Madame Pierre, einer verhaltensauffälligen Hellseherin mit ausgeprägtem Adamsapfel und einer Schwäche für braungebrannte Narkolepsie-Patienten.
Homajon: Ich hoffe Madame Pierre kann mir weiterhelfen. Das Treffen mit dem seltsamen Milzschinken-PR-Fuzzy war ja ein einziger Reinfall. Wo hast du den Typen überhaupt kennen gelernt?
David (bemüht mit seinen zu kurz geratenen Beinen die Pedale zu erreichen): Du weißt ja, dass ich immer montags meinen Keraunothnetophobie-Selbsthilfekurs besuche und dort habe ich Herrn Milzschinken zum ersten Mal getroffen. Als wir dann über unsere Angst vor herabstürzenden Satelliten, die uns erschlagen oder schwer verletzten könnten, plauderten… (wird von Homajon unterbrochen)
Homajon (genervt): Ja, ja vielen Dank für den ereignislosen Schwank aus deinem Leben. (Homajon dreht den Kopf leicht nach hinten). Fängst du jetzt etwa an zu singen?
David und Homajon vernehmen eine engelsgleiche Gesangsstimme aus der unmittelbaren Umgebung, können diese zu Beginn aber nicht zuordnen.
David: Ich bin das ich nicht. Der Gesang kommt aus deiner „Gilmore Girls“-Umhängetasche.
Sie stoppen und entdecken in der Tasche die angebissene Leberkäsesemmel, die „Frère Jacques“ vor sind hin singt.
Homajon (überrascht): Meine Leberkäsesemmel ist eine hoch begabte Chanteuse!? Weißt du was das bedeutet David? Weißt du das? (David jagt mittlerweile auf der nahe gelegenen Wiese einem tollwütigen Eichhörnchen hinter her) Ich hatte gerade eine Epiphanie: mir ist nun klar geworden wie ich die Semmel zu einem Star mache. Dann muss sich Trude einfach in mich verlieben…
Der Vorhang fällt
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Leberkäse Superstar – 1.Akt
Leberkäse Superstar – 2.Akt
Leberkäse Superstar – 3.Akt
Leberkäse Superstar – 4.Akt
Leberkäse Superstar – 5.Akt
Leberkäse Superstar – 6.Akt
Add comment November 21, 2008
Ja, Nein, Vielleicht
Der in den Medien aufgetauchte Fragenkatalog der ÖVP kann nur eine Finte gewesen sein. Oder ist dies wirklich das Niveau zweier, laut eigener Aussage, staatstragender Parteien, die von (ebenfalls laut eigener Aussage) erwachsenen Menschen geführt werden?
Sich gegenseitig Briefchen mit Fragen zu schreiben, erinnert einen irgendwie an die eigene Teenie-Zeit. Die guten alten Zeiten: als Küssen in Schulen noch kein mittelschweres Vergehen war. Generell war alles irgendwie noch leichter und essenzielle Fragen konnten mit einem bekritzelten Zettelchen beantwortet werden. Vielleicht sieht der nächste Fragebogen wie folgt aus, dann könnte Österreich vermutlich schon bald eine neue Regierung haben (oder auch nicht):

Quelle: 2gewinnt/Homajon
Add comment November 20, 2008
Die Erotik und ihre Messen

Quelle: Flickr/Paper or Plastic (CC-license)
Was hat man zu erwarten, wenn man einen Freitagabend opfert um sich der Erotik voll und ganz hinzugeben? So einiges. In erster Linie einer breit gefächerten Definition von Erotik.
Erotikmessen gibt es viele. Sie finden auch mehrmals jährlich statt. Wenn man aber zum ersten Mal einer solchen Veranstaltung beiwohnt, sollte man vor allem eines nicht sein: zart besaitet. Das vor Ort Gezeigte begleitet einen nämlich das restliche Leben.
Insofern man nicht ohnehin bereits durch diverse Medien oder persönliche Vorlieben mit gewissen Praktiken, speziellen Ausdrücken oder gewöhnungsbedürftigen Utensilien in Kontakt getreten ist, wird man bei der Erotikmesse ins eiskalte Wasser geworfen. Ein Handtuch zum Abtrocknen sucht man aber vergebens. Man muss also stark bleiben und nicht schon frühzeitig den Schwanz einziehen. Nicht nur des Geldes wegen. Der Mehrwert, den eine Erotikmesse mit sich bringt, ist nicht mit materiellen Gütern abzuwiegen. Allein das Bewusstsein darüber, dass nicht wenige Menschen noch mehr Potenzial zu einer ausgeprägten Verrücktheit aufweisen als man selbst, sollte einem die 15 Euro wert sein. Nicht zu vergessen: Im Preis ist der Eintritt zum Gang-Bang-Zelt inkludiert, wo spielend leicht neue Bekanntschaften geknüpft werden können. Wo sonst kann man außerdem kreative Ergüsse der Filmemacher bewundern, wenn es um DVD-Titel geht? Außerdem kann es niemandem schaden auch einmal zu sehen, dass die Modewelt nicht ausschließlich aus H&M und Zara besteht. Es hilft auch nichts sich wie ein kleines Kind einreden zu wollen, dass das alles nur gespielt sei und ohnehin nicht dem wahren Leben entspreche. Liebe Mitbürger: Wenn man irgendwo der Realität überhaupt ins Auge blicken kann, dann definitiv auf einer Erotikmesse.
Über die Definition von Erotik lässt sich wahrlich streiten. Eines bleibt aber ein unbeschriebenes Blatt: Wer noch nicht auf einer Erotikmesse war, kann nicht behaupten schon einmal dort gewesen zu sein.
2 comments November 19, 2008
Gas geben?

Photo: Peter Firminger/Flickr (CC2 license)
Die rot-schwarzen Koalitionsverhandlungen stocken, wieder einmal. Der designierte Parteichef der ÖVP möchte zuerst seine zehn Fragen schriftlich ausführlich beantwortet wissen bevor auch nur irgendetwas weitergeht. Höchst wahrscheinlich in Schönschrift und einer Zierzeile am Schluss. Das sollte für Faymann kein Problem sein, spätestens seit seinem Brief an den „sehr geehrten Herausgeber“ weiß man, dass der SP-Obmann neben nett lächeln auch (schön) schreiben kann.
Trotz schriftlichen Fragebogens und gewünschtem Aussetzen der Verhandlungen sieht sich Josef Pröll nicht als Bremser. Im Gegenteil: er beteuert sogar: „(…)wir steigen aufs Gas.“ So sieht es also aus wenn Pröll aufs Gas steigt. Eine Karriere nach der Politik in der Formel 1 kann er so jedenfalls vergessen. Der starke Mann der ÖVP gesteht jedoch auch: „Ich bin einer, der aus dem bäuerlichen Bereich kommt.“ Das relativiert natürlich die Situation. Denn Traktoren fahren nun mal nicht schneller als 30km/h auch wenn man noch so fest aufs Gas steigt.
Weiterführende Links
„Wir steigen aufs Gas“ – ORF.at
Die zehn Fragen der ÖVP im Wortlaut – derStandard.at
Add comment November 18, 2008
Jedem Menschen sein Kosename
Wer hört nicht gerne auf so liebliche Kosenamen aus der Tierwelt wie beispielsweise „Hasi“ oder „Schnecki“, wenn der Lebensabschnittspartner/Ehepartner/Lebensmensch/One-Night-Stand ruft?
Die gutgemeinten Bezeichnungen beschränken sich aber natürlich nicht bloß auf Hund und co. So mancher ist auch mal ein „Specki“, bei besonders gutem Benehmen sogar eine „Schokoflocke“.
Besonders hoch im Kurs stehen auch die Namen der schönsten Nebensache der Welt: den Blumen. Morgens, das Erste was man hört: „Marienblümchen“ oder „Tülpchen“. Ein Traum!
Aber Achtung: Auch für nicht so ruhmreiche Momente hält die deutsche Sprache Ausdrücke parat. Wichtig ist, dass man am Ende immer Frieden schließen kann. Auch wenn man nicht im Sitzen aufs Klo gegangen ist.
1 comment November 17, 2008
