Frauen: Menschen zweiter Klasse?

März 11, 2009


Quelle: Flickr/Looking Glass (cc-license)

Vergangenen Sonntag war Weltfrauentag. Grund zum Feiern gab es nicht. Denn immer noch werden Frauen in unserer Gesellschaft wie Bürger zweiter Klasse behandelt. Und das ist keine überspitzte Formulierung. Als Frau verdient man in Österreich, bei gleicher Arbeit und Qualifikation, im Schnitt 25,5 Prozent weniger als ein Mann. Dafür gibt es keine rationale Erklärung, das ist schlicht eine unhaltbare Diskriminierung. Warum verdiene ich als Mann mehr als eine Frau? Nur weil ich einen Penis mit mir herumtrage?

Das Problem ist in der österreichischen Gesellschaft tief verwurzelt. Es gehört zum guten Ton, dass sich die Frau brav um die Kinder kümmert und nebenbei den Haushalt schmeißt. Der Mann geht dafür hart arbeiten. So entsteht Abhängigkeit, die patriarchalische Version von „halbe-halbe“. Die Erziehung der Kinder trägt ihr übriges bei. Die traditionellen Rollenbilder der schwachen Frau und des starken Mannes werden bewusst oder unbewusst weitergegeben.

Die Politik versagt ebenfalls auf ganzer Linie. Der Frauenanteil im Parlament liegt bei beschämenden 27,3 Prozent. Das ist vor allem den rechten Parteien zu verdanken. Dort hält man offenbar immer noch an einem antiquierten Frauenbild fest.
Die einzige Möglichkeit um dem ungerechten und undemokratischen Zustand ein Ende zu bereiten ist eine Frauenquote. 55 Prozent aller Österreicher sind Frauen, entsprechend sollte auch die Quote ausfallen (nicht geringer). Diese Regelung müsste im öffentlichen Bereich und in der Privatwirtschaft gleichermaßen Gültigkeit haben und verpflichtend sein. Anders wird eine Gleichberechtigung leider niemals möglich sein. Denn nicht ernst gemeinte Lippenbekenntnisse von konservativen Politikern gab es bisher zu Genüge. Es ist an der Zeit den, der Demokratie zuwider laufenden, Systemfehler zu korrigieren.

Weiterführende Links
Frauengehälter: Nur Estland schlechter – ORF.at
„Empfindliche Strafen“ für weniger als 40 Prozent – derstandard.at
Möglichkeiten der Strafjustiz zu selten genützt – ORF.at
Nationalrat: Frauenanteil nur bei 27 Prozent – Die Presse

Homajon

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