Posts filed under 'Ein Lustspiel in 217 Akten'

Leberkäse Superstar – 13.Akt

Dreizehnter Akt
Erste und einzige Szene

Unsere beiden Lieblinge haben nach langem, verzweifeltem Suchen das mobile Schurken-Hauptquartier aufgefunden. Zögerlich, aber doch entschlossen klopfen sie an der Eingangstüre.

Homajon: (zu David) Ich bin so froh, dass es die Auskunft gibt. (beginnt plötzlich zu singen) elf acht acht elf, eeeellllffff aaaacccchhhht aaaacccchhhhhttt eeeeelllllffff, die Nummer: freundlich und …

David: (unterbricht den grauenvollen Gesang) Ruhe Homajon! Hörst du nicht? Da tut sich was an der Türe.

Lautes Knarren folgt einem Summen. Die Eingangstüre öffnet sich einen Spalt.

Homajon: (in seiner eigenen Welt) eeeeellllllllfffffff aaaaaaaacccccccchhhhhhhttttt…

David: (bestimmend) Gibst du jetzt eine Ruh’! Komm, lass uns reingehen!

Beide betreten den herabgekommenen Wohnwagen.

Homajon: (greift sich an die Nase) Puh, hier stinkts aber!

David: (kopfschüttelnd) Nicht schon wieder! Ich dachte du hast deine Kakosmie überstanden? Gibt es eigentlich eine Krankheit, die du nicht hast? (nimmt ihn am Arm) Komm schon, weiter!

Homajon: (erschrocken) Da! Mendoza-Sackfried! Sprich: Wo ist mein Semmerl?

Mendoza-Sackfried: (beim Drehen des Sessels, springt ein Kater von seinem Schoss) Willkommen in meinem bescheidenen Zuhause! Habt Ihr Lust auf ein Spiel? Die Regeln sind sehr simpel: Folgt einfach immer den Anweisungen! Aber denkt daran: Seid Ihr einmal im Spiel, könnt Ihr nicht mehr aussteigen. Und jeder kleine Fehler kann fatale Folgen haben!

Der Vorhang fällt.

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Leberkäse Superstar – 1.Akt
Leberkäse Superstar – 2.Akt
Leberkäse Superstar – 3.Akt
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Leberkäse Superstar – 10.Akt
Leberkäse Superstar – 11.Akt 
Leberkäse Superstar – 12.Akt 

David

Add comment Januar 17, 2009

Leberkäse Superstar – 12.Akt

Zwölfter Akt
Erste und einzige Szene

Voller Tatendrang und Zuversicht die Semmel aus den Klauen von Mag. Alesandro Jesus del Morte dela Mendoza-Sackfried zu befreien, betreten David und Homajon die Stadthalle. Prompt laufen sie ihrem Erzfeind in die Arme.

Homajon (verärgert): Das war eine Falle. Wir hätten es wissen müssen!

Mendoza-Sackfried: Nur die Ruhe, ihr seid mir nur zufällig über den Weg gelaufen. Die Zeiten sind momentan hart für Bösewichte deshalb jobbe ich hier von Zeit zu Zeit als Pförtner. Die Bezahlung ist gut und das Arbeitsklima ist wirklich hervor…

David (unterbricht Mendoza-Sackfried lautstark): Was willst du, Alesandro? Bist du immer noch sauer wegen der Geschichte mit deiner Ex-Frau in Rio? Wie oft soll ich mich noch dafür entschuldigen?

Mendoza-Sackfried: Pssst, beruhig dich. Ich kann leider während der Arbeitszeit nicht meinen Rachengelüsten frönen sonst bin ich den Job hier sofort los. Wir können uns nach meiner Schicht im mobilen Schurken-Hauptquartier treffen. Ich warte dann dort auf euch. Wie immer in einem schlecht ausgeleuchteten Raum, wo ein Schatten immer dermaßen unvorteilhaft fällt, dass man mein Gesicht kaum erkennt und einem weißen fettleibigen Kater im Schoss.

Homajon (mit weit aufgerissen Augen und geballten Fäusten): Gut, lass uns diese Tradition nicht brechen. Aber wehe du hast der Semmel auch nur einen Brösel gekrümmt…

Der Vorhang fällt.

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Leberkäse Superstar – 11.Akt

Homajon

Add comment Januar 9, 2009

Leberkäse Superstar – 11.Akt

Elfter Akt
Erste und einzige Szene 

Noch immer in einer dunklen Seitengasse.

David: (genervt) Wir gehen jetzt schon zum zehnten Mal hier vorbei. Schön langsam glaube ich du hast keine Ahnung, wo der Bösewicht uns hinschicken will.

Homajon: In Kärnten schaut einfach alles gleich aus. (auf den Zettel blickend) Zwei Mal rechts, dann noch mal rechts und dann wieder rechts.

David: Gib mal her! (nimmt Homajon den Zettel aus der Hand) Ich glaub da will uns jemand verarschen. Wo sollen wir denn da hinkommen? Immer rechts, rechts, rechts. Gibt es denn hier in Kärnten nur rechts?

Homajon: (ängstlich) Ich befürchte schon. Wie spät ist es denn überhaupt? David, ich mach mir so Sorgen um meine Leberkäsesemmel. Glaubst du geht es ihr gut? (er holt das Gurkerl, das sie immer in sich trug, aus seiner Hosentasche).

David: Ich glaube, sie vermisst eher das Gurkerl als dich. (mit dem Finger zeigend) Da, schau! Die Zeichnung am Zettel schaut genauso aus.

Vor ihnen steht ein riesiges Gebäude, mit lauter Girlanden dekoriert.

David: (den Kopf in Richtung Himmel haltend) Verdammt, Homajon! Wir sind in Villach. Das ist die große Stadthalle, wo jedes Jahr Massen an verblödeten Menschen einen dummen Gag nach dem anderen belächeln.

Homajon: Mag. Alesandro Jesus del Morte dela Mendoza-Sackfried ist ja hinterhältig, ein Wahnsinn! Der kann sich sein Lei-Lei sonst wo hinstecken! (erbost) Meine Leberkäsesemmel für den Villacher Fasching missbrauchen!
Jetzt erst recht: Semmerl, halte durch! Ich komme… (er betritt die Stadthalle)

Der Vorhang fällt.

David

1 comment Dezember 19, 2008

Leberkäse Superstar – 10. Akt

Zehnter Akt
Erste und einzige Szene

David und Homajon wachen benommen und mit dem Erbrochenen des jeweils anderem im Haar auf. Sie befinden sich einer dunklen und äußerst ungastlichen Seitengasse mit Gossenflair.

Homajon (hält sich seinen schmerzenden Schädel): Ah, ich fühle mich wie ausgekotzt und auch nicht mehr wirklich sonderlich männlich mit einer so winzigen Uvula. Wo sind wir hier eigentlich?

David: Keine Ahnung. Ich kann mich nur noch an die roten Pumps erinnern, die ich im Behandlungsraum anziehen musste. Was danach geschah kann ich dir auch nicht sagen. Aber ich hatte einen wunderschönen Traum, in dem ich die beliebteste Prinzessin der ganzen Welt war.

Homajon ignoriert seinen treuen Weggefährten und sucht hektisch nach seiner Leberkäsesemmel.

Homajon: Ich kann sie nicht finden. Sie ist weg! Ohne sie werde ich nie Trudes Herz erobern… (entdeckt einen Zettel in seiner Gesäßtasche) ‚Wenn du du deine Leberkäsesemmel lebend wiedersehen willst, folge meinen Anweisungen. Alles Liebe euer stereotyper Erzfeind

David (starr vor Schreck): Du, es kommt noch schlimmer. Ich weiß wo wir sind und das macht mir momentan mehr Sorgen als die Entführung.

David zeigt zitternd auf eine einsprachige Werbetafel mit der Aufschrift: „Willkommen in Kärnten“.

Homajon (kämpferisch): Kärnten, pah! Darüber kann ich mir jetzt nicht den Kopf zerbrechen. Wir müssen unseren Rivalen, den Superschurken Mag. Alesandro Jesus del Morte dela Mendoza-Sackfried, ausfindig machen und die Semmel befreien. Bevor es zu spät ist.

Der Vorhang fällt.

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Leberkäse Superstar – 9.Akt

Homajon

2 comments Dezember 12, 2008

Leberkäse Superstar – 9. Akt

Neunter Akt
Erste und einzige Szene

David betritt den Behandlungsraum der Ordination „Infektionskrankheiten and more.“

David: (zum Arzt) Dürfte ich Sie bitten, dass Sie meinen Freund ebenfalls zu sich herein lassen. Im Grunde genommen braucht er Hilfe. Er traut sich nur nicht es zuzugeben. Sie müssen verstehen, er ist ein wenig introvertiert.

Arzt: Sehr gerne. (lächelt) Normalerweise sind meine Patienten eher extrovertiert (zeigt auf die Kamera, die mitten im Raum steht), aber ich pflege immer zu sagen: „Jeder Depp zählt!“

Der Arzt gibt der gehörlosen Ordinationsgehilfin ein Handzeichen, damit sie Homajon hinein holt.

Homajon: (ein wenig verstört) David, was soll das? Willst du, dass ich dir dabei zuschaue, wie du splitternackt untersucht wirst? Du weist schon, dass ich grad einen wichtigen Manager am Telefon hatte!

David: Bitte glaub mir, es ist nicht so wie du denkst. Das ist alles für dich, damit du endlich Trudes Herz eroberst. Entspann dich und hol deine Leberkäsesemmel hinaus.

Homajon: (fragend) Was im Gottes Namen hast du vor?

David: (die Leberkäsesemmel nehmend) Keine Sorge. Ich habe dem Arzt schon von deiner zu lang geratenen Uvula erzählt. Er kann dir helfen. Vielleicht bekommst du jetzt endlich deinen Brechreiz unter Kontrolle. Zuvor aber noch das Wichtigste. (zum Arzt blickend) Wir wären soweit.

Der Arzt schaltet die Kamera und die Lichtanlage an. In dem Moment erklingen über die Lautsprecher die ersten Töne von David Hasselhoffs Nummer 1 Lied „I’ve been looking for Freedom.“ Die Leberkäsesemmel erhebt sogleich ihre Stimme.

Der Vorhang fällt.

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Leberkäse Superstar – 8.Akt

David

Add comment Dezember 5, 2008

Leberkäse Superstar – 8.Akt

Achter Akt
Erste und einzige Szene

Homajon und David sitzen im Wartezimmer der boboesken Ordination „Infektionskrankheiten and more“. Über die Lautsprecher dröhnen die aktuellen Alternative-Charts. Gegenüber den beiden versucht ein Pensionist, der aus dem Behandlungsraum torkelte, seit einigen Minuten seine zerrissene Hose zuzuknöpfen.

Homajon (schreiend, um die Musik zu übertönen): Durch deine ständigen Arztbesuche können wir kaum noch andere Termine wahrnehmen. Warum musstest du auch dem Eichhörnchen hinterher jagen?

David (wischt sich den Schaum von den Lippen): Woher soll ich als Stadtjunge wissen, dass Eichhörnchen dermaßen aggressiv werden können. Ich konnte nur mit Mühe meinen offenen Rücken vor diesem Biest schützen. Du… (verunsichert) aber Tollwut ist schon heilbar, oder?

Homajon: Natürlich, mach’ dir keine Sorgen. Und das mit dem abgebissenen Finger kriegen wir auch wieder hin, sobald ihn das Eichkatzerl unverdaut ausscheidet. Der Arzt hier ist wahrlich ein Wunderheiler, nur seine Untersuchungsmethoden muten anfangs etwas seltsam an.

David: Was meinst du damit?

Homajon: Naja, er besteht zwanghaft darauf, dass man sich als Patient ganzkörperfrei macht. Selbst bei einfachen Untersuchungen im Rachenbereich. Ich bin mir auch nicht sicher ob das aufgebaute Kameraequipment mit der Beleuchtungsanlage im Behandlungsraum, wirklich nur eine Überwachungskamera für den privaten Gebrauch ist.

David: Dann weigere ich mich einfach mich auszuziehen. Muss ja nicht jeder meinen behaarten Männerbrustansatz sehen.

Homajon (leicht abgelenkt mit dem Handy am Ohr): Wie du meinst, dann ergeht es dir eben wie dem verstörten alten Mann gegenüber. Aber sei jetzt still, ich versuche meine Leberkäsesemmel groß raus zu bringen.

David wird von der gehörlosen Ordinationsgehilfin in den Behandlungsraum gebeten.

Vorhang fällt


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Leberkäse Superstar – 7.Akt

Homajon

Add comment November 28, 2008

Leberkäse Superstar – 7.Akt

Siebter Akt
Erste und einzige Szene

David und Homajon befinden sich auf ihrem Tandem-Dreirad auf dem Weg zu Madame Pierre, einer verhaltensauffälligen Hellseherin mit ausgeprägtem Adamsapfel und einer Schwäche für braungebrannte Narkolepsie-Patienten.

Homajon: Ich hoffe Madame Pierre kann mir weiterhelfen. Das Treffen mit dem seltsamen Milzschinken-PR-Fuzzy war ja ein einziger Reinfall. Wo hast du den Typen überhaupt kennen gelernt?

David (bemüht mit seinen zu kurz geratenen Beinen die Pedale zu erreichen): Du weißt ja, dass ich immer montags meinen Keraunothnetophobie-Selbsthilfekurs besuche und dort habe ich Herrn Milzschinken zum ersten Mal getroffen. Als wir dann über unsere Angst vor herabstürzenden Satelliten, die uns erschlagen oder schwer verletzten könnten, plauderten… (wird von Homajon unterbrochen)

Homajon (genervt): Ja, ja vielen Dank für den ereignislosen Schwank aus deinem Leben. (Homajon dreht den Kopf leicht nach hinten). Fängst du jetzt etwa an zu singen?

David und Homajon vernehmen eine engelsgleiche Gesangsstimme aus der unmittelbaren Umgebung, können diese zu Beginn aber nicht zuordnen.

David: Ich bin das ich nicht. Der Gesang kommt aus deiner „Gilmore Girls“-Umhängetasche.

Sie stoppen und entdecken in der Tasche die angebissene Leberkäsesemmel, die „Frère Jacques“ vor sind hin singt.

Homajon (überrascht): Meine Leberkäsesemmel ist eine hoch begabte Chanteuse!? Weißt du was das bedeutet David? Weißt du das? (David jagt mittlerweile auf der nahe gelegenen Wiese einem tollwütigen Eichhörnchen hinter her) Ich hatte gerade eine Epiphanie: mir ist nun klar geworden wie ich die Semmel zu einem Star mache. Dann muss sich Trude einfach in mich verlieben…

Der Vorhang fällt


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Leberkäse Superstar – 6.Akt

Homajon

Add comment November 21, 2008

Leberkäse Superstar – 6.Akt

Sechster Akt
Erste und einzige Szene.

Homajon und David sitzen noch immer in dem Café in der Wiener Innenstadt. Zu ihrem Bedauern müssen Sie feststellen, dass Herr Milzschinken, aufgrund von finanziellen Differenzen vorzeitig die Beiden verlassen hat. Homajon wollte, um sein geplantes Gesäßimplantat sich früher leisten zu können, die zehnfache der vereinbarten Summe von Herrn Milzschinken. Dieser winkte ab, mit der Bemerkung, er müsse doch eigentlich ein Geld bekommen.

Homajon: (erbost) Also ich verstehe die Menschen nicht! Der wollte ein Geld von mir haben, obwohl ich ihm doch mein Leberkäsesemmerl gezeigt habe. Nichts läuft gerade so wie ich es gerne hätte. Ich bin verzweifelt. Rainer hat sicher schon eine Idee, wie er Trude beeindrucken kann. (lässt die Schultern hängen)

David: (überrascht, auf den Boden blickend) Schau da Homajon! Ein Zeichen: Zwei Mäuse, die beide in einen Topf voll Rahm gefallen sind.

Homajon: Sollen wir sie nicht retten? (er beugt sich vor)

David: (weist Homajon zurück) Nein, warte! Siehst du die eine Maus? (er zeigt auf die linke) Sie hat sich schon aufgegeben. Sie ist nicht mehr zu retten. Aber die andere: Schau mal was die macht! Sie strampelt unentwegt, nichts kann sie aufhalten!

Vier Stunden später.

Homajon: (genervt) Na was ist denn jetzt los mit der blöden Maus? Ich will endlich gehen.

David: (belehrend) Genau das ist dein Problem: Du hast keine Geduld! Gib ihr eine Chance, gleich hat sie es geschafft.

Die Maus strampelt noch immer wie verrückt. Plötzlich ist der Rahm zu Butter geworden. Das kleine Tier springt erschöpft, aber lebendig aus dem Topf.

David: (strahlend) Gratuliere kleine Maus! Und was hast du jetzt gelernt Homajon? Habe Geduld und hör nicht auf zu kämpfen. Dein Leberkäsesemmerl wird schon noch zum großen Star.

Der Vorhang fällt.

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David

Add comment November 14, 2008

Leberkäse Superstar – 5.Akt

Fünfter Akt
Erste und einzige Szene.

Die beiden Hauptdarsteller haben ihre WG verlassen und haben sich auf den Weg in die Stadt gemacht. Dort sind sie mit einem PR-Experten verabredet, der sich Zeit seines Lebens mit der Leberkäse-Forschung auseinandergesetzt hat. Wenn jemand bei diesem kniffligen Fall helfen kann, dann er.

In einem verrauchten Nicht-Raucher-Café.

David (zu Homajon): Es wird endlich Zeit, dass du deine Nabelschnur von mir löst. Ich kann dich nicht überall hin begleiten. Du benimmst dich wie jemand, der nicht weiß, was es heißt Verantwortung zu übernehmen. Damals wollte ich auch nicht nach Vietnam, aber ich bin trotzdem dort gewesen. (mit schmerzverzehrtem Gesicht greift er sich auf seine Narbe am Bauch. Ein Relikt aus damaligen Zeiten. Ein münzgroßes Muttermal wurde ihm entfernt) Ich kann so Menschen nicht ausstehen. (er atmet tief aus)

Homajon (verweint): Ich ertrage deine Ehrlichkeit nicht. Was habe ich dir angetan, dass du so zu mir bist? Ich bin halt ein wenig langsam. (er holt ein Taschentuch aus seiner Tasche) Aber nur weil du mir beim aufs Klo gehen hilfst und meine Anziehsachen für den nächsten Tag auswählst, heißt das noch lange nicht, dass du so mit meinen Gefühlen spielen kannst. (er wischt sich die Tränen von der Wange).

In dem Moment kommt Herr Milzschinken in das Lokal. Er steuert auf die Beiden zu.

Herr Milzschinken: Hab ich’s gewusst, dass ihr es seid! (er lächelt selbstzufrieden) Ich erkenne meine Kunden immer gleich. (die Jacke ausziehend) Also meine Herren, wissen Sie was ich immer zu sagen pflege: Jedes Leberkäsesemmerl ist einzigartig! Also verdient es auch eine einzigartige Behandlung. (zu Homajon blickend) Darf ich das gute Stück mal betrachten?

Homajon (zögernd): Hier, bitte schön. Es ist schon angebissen, aber sonst geht es ihm gut. (er beginnt auf Farsi auf das Leberkäsesemmerl einzureden).

Herr Milzschinken: (erstaunt) Das ist ein wunderschönes Exemplar, das Sie da haben. Die Frau, die das bekommen wird, kann sich glücklich schätzen.

Der Vorhang fällt.


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Leberkäse Superstar – 4.Akt

David

Add comment November 7, 2008

Leberkäse Superstar – 4.Akt

Vierter Akt
Erste und einzige Szene.

David und Homajon haben sich in ihrer, überwiegend von Kakerlaken und Silberfischchen bewohnten, Keuschheits-Kommune eingefunden. David rutscht bei dem Versuch sich an der Wand abzustützen, aufgrund der zentimeterdicken Schimmeldecke ab und fällt ungebremst mit dem Gesicht auf den Glastisch.

Homajon (süffisant): Sieh mal einer an wer da jetzt blutend am Boden liegt. Ich dachte deine gesunde Gesichtsbräune würde dich immun gegen Schnittverletzungen machen. (Homajon versucht sich am Anblick  seines schwer verletzten Mitbewohners zu erfreuen, wird jedoch nachdenklicher) Meinst du wirklich, ich habe eine Chance bei Trude, wenn meine Semmel berühmter wird, als die von Rainer?

David (blutüberströmt): Erst mal eines vorweg: meine Immunität beschränkt sich leider nur auf Buntglasscherben und das weißt du ganz genau! Also wisch’ dir dein selbstgefälliges Grinsen aus dem Gesicht (zieht sich die Splitter aus der Stirn) Wenn es um das Thema Liebe geht bin ich der Ansprechpartner Nummer eins. Immerhin habe ich den VHS-Schnupperkurs „Das Paarungsverhalten des südmexikanischen Axolotls“ mit ausgezeichnetem Erfolg besucht. Was bei geschlechtsreifen Schwanzlurchlarven funktioniert, sollte auch gut genug für dich sein.

Homajon: Ich weiß nicht so recht ob ich mir von jemandem Liebestipps geben lassen soll, dessen letzte Beziehung scheiterte, weil ihn seine Freundin mit der eitrigen Angina von nebenan im Bett in flagranti erwischte.

David (greift zur Wundsalbe mit Selbstbräunungswirkstoff): Ich bitte dich, das ist jetzt auch schon fast wieder 12 Stunden her. Menschen ändern sich. Außerdem war es ja auch nicht so wie es aussah, ich wollte nur höflich sein. (cremt sich sein von Wunden übersätes Gesicht ein) Wie dem auch sei, ich habe den perfekten Plan wie du deine Leberkäsesemmel zur weltweit Berühmtesten in ganz Österreich machst und das Herz von Trude eroberst.

Der Vorhang fällt.

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Homajon

Add comment Oktober 31, 2008

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