Stolz sieht anders aus


Quelle: Flickr/bobster1985 (cc-license)

Nicht mehr lange – knapp eine Woche noch – und Barack Obama wird endgültig den mächtigsten Platz der Welt einnehmen. Um das Erbe, das ihm GWB hinterlässt, ist der gebürtige Hawaiianer aber wahrlich nicht zu beneiden. Zwei Kriege, im Irak und in Afghanistan, und die größte Wirtschaftskrise seit 1929 türmen sich wie eine riesige, unüberwindbare Wand vor dem auserwählten Retter einer ganzen Nation auf.
Bevor aber das Zepter übergeben wird, hat es sich der Noch-Präsident nicht nehmen lassen ein Resümee über die letzten acht Regierungsjahre zum Besten zu geben.

„Wenn ich nach Texas zurückgehe und dort in den Spiegel schaue, bin ich stolz auf das, was ich sehe“ (Quelle: orf.at). Was sieht denn Herr Bush, wenn er in den Spiegel schaut? Oder was für einen Spiegel besitzt der gute Herr, dass ihn das Gesehene stolz macht?
Klar, Selbstkritik setzt viel Selbstbewusstsein voraus. Es gibt einfachere Dinge. Über andere zu lästern und die Schuld von sich zu schieben ist da viel einfacher. Aber ist es nicht traurig, dass nicht einmal in den letzten Stunden seiner Amtszeit ein Redenschreiber gefunden wurde, der es vermag einen realistischen Blick auf die Geschehnissen in der Welt zu werfen?

Wäre ich Angestellter unter dem derzeitigen amerikanischen Präsidenten, mit der ehrenvollen Aufgabe seine Reden zu verfassen, dann hätte ein Wort mit absoluter Sicherheit keinen Platz darin: Stolz. „Liebes Volk, ich bin stolz darauf, dass die Kacke gerade ziemlich am Dampfen ist!“.
Aber George Walker Bush – seien wir uns doch alle einmal ehrlich – ist im Grunde genommen nicht mehr als ein armer Hund. Er wird als Marionette von Alteingesessenen aus dem Hintergrund missbraucht und ist sich dessen nicht einmal bewusst. Er begnügt sich lediglich damit acht Jahre lang den Platz hinter dem „Resolute“-Schreibtisch im Oval Office bewacht zu haben.

Revue betrachtet, sollte das Mitleid aber gar nicht GWB gelten. Er hat in dieser ganzen Angelegenheit nur eine Teilschuld. Mitleid sollte man den Menschen gegenüber empfinden, die dem Mann aus Texas ihre Stimme gegeben haben. Wenn stört es, wenn Mr. Bush auf seiner Ranch mit seiner Dummheit für Furore sorgt? Eben. Aber bitte doch nicht im Sessel des mächtigsten Menschen der Welt.
Für alle, die GWB gewählt haben: Hofft, dass der dunkelhäutige Senator aus Illinois alles wieder zu Recht biegen kann.

David

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s