Haare statt Glatze


Quelle: teletext.orf.at/Screenshot

Bei vielen Menschen in meiner Umgebung löst eine meiner Angewohnheiten verzweifeltes Kopfschütteln aus. „Heutzutage gibt es schon Bilder und modernere Aufmachungen, du Hinterwäldler!“ Mit solchen oder ähnlichen Vorwürfen muss ich Tag ein, Tag aus leben. Vom Teletext lesen wird mich das aber nicht abhalten. Ich habe eine harte Schale. Dreistellige Zahlencodes sind voll cool.

Aber Teletext hin oder her. Was ist mit unserer Welt los? Auf Seite 100 sind üblicherweise acht Schlagzeilen zu lesen. Am gestrigen Tage, dem 22.06, waren genau zwei davon als positiv zu bewerten: Der lockere Aufstieg Argentiniens bei der WM in Südafrika und das Wetter. Zwei Tatsachen, die definitiv ein Ende nehmen. Eine am 11. Juli, wenn das Finale in Kapstadt gespielt wurde. Die andere spätestens zum Winteranfang. Keine Ahnung wann der dieses Jahr sein wird. August? September?

Der Rest ist durch die Bank ein Armutszeugnis unseres tristen Daseins auf Erden. Die Zogajs, die zum Auswandern gezwungen werden; die Kirche, die vorne und hinten nicht weiß wie sie mit den Missbrauchsanschuldigungen umgehen soll; der nächste Ölteppich, der mittlerweile die Küsten Ägyptens verpestet; das notgedrungene Sparpaket Großbritanniens, das um nichts besser da steht als Griechenland und die Französische Nationalmannschaft, die die WM als große Bühne für ihre Farce sondergleichen benutzt.

Aber wissen Sie was? Genau in solchen Momenten bin ich dann doch wieder froh, dass mein Informationsmedium Nr. 1 der Teletext ist. Warum? Er trotzt den negativen Schlagzeilen auf seine eigene Art und Weise. Haare statt Glatze, S. 653.

David

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s