Falsch geglaubt

Heute kommt der Heilige Nikolaus! Juhu! Waren denn auch alle Kinder brav? Denn er kommt selbstverständlich nur zu jenen, die sich über das ganze Jahr nichts zu schulden haben lassen kommen.

Ich assoziiere freudige Kindheitserinnerungen an den 6. Dezember. Aber was ich mich schon des Längeren frage: Wie lange kann man denn eigentlich das schöne Spielchen mit dem Nikolo seinen Jüngsten vormachen?

Der Glaube ist eine unverzichtbare Fähigkeit des Menschen. Es hilft in schwierigen Situationen Trost zu finden und oft unmögliche Aufgaben zu meistern.

Als mittlerweile erfahrener Nikolo und auch Weihnachtsmann (das Christkinddasein habe ich bislang noch ausgelassen), habe ich das Recht zu behaupten: Liebe Eltern, bitte erzwingen Sie es nicht! Es ist kein Weltuntergang, wenn die eigene Tochter nicht mehr an den Mann mit langem weißen Bart glaubt.

Dieses Eingeständnis ist um Einiges erträglicher als peinliche Momente am Abend des 6. Dezember, wenn der Nikolo-Besuch vielmehr einer Anklage eines gereiften, differenziert denkenden Kindes entspricht. Denn wenn einmal die Strahlkraft des Geschenke bringenden Mannes verschwunden ist, gibt es auch keine großen Augen und geöffneten Münder mehr. Der Nikolo ist dann nämlich entweder der beste Freund der Familie, der Nachbar oder von einer Firma bestellt. Und daran glaubt niemand gerne.

David

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