Nageln, vögeln und schrauben

Ein Theaterstück müsste man schreiben um dem eigenen stumpfsinnigen Sein eine Existenzberechtigung zu geben. Mit Schauspielern, die letztendlich auch nur Menschen sind, zusammenarbeiten? Nicht wenn es sich vermeiden lässt. Den menschlichen Kontakt auf ein erträgliches Minimum reduzieren. Also müssen für das Stück andere ihren Kopf hinhalten. Nägel eignen sich dafür sehr gut. Sie arbeiten für einen Hungerlohn, haben keine Allüren, sind dankbar für jede Erniedrigung und brauchen keine Klopausen. Aber nicht alle Nägel dürfen in unserem Stück mitspielen, nur vollverzinkte und rostfreie schaffen es auf die Besetzunsgcouch und von dort auf die Bretter, die der Welt schon lange nichts mehr bedeuten. Es ist bestimmt diskriminierend nur vollverzinkte Nägel zu Casting zu bitten. Doch diese Nieten (mieses Wortspiel, es darf aber geschmunzelt werden) haben weder eine starke Lobby und schon gar keine Gewerkschaft. Man kann ihnen also getrost mit dem Hammer drohen.
Mit den talentierten Nägeln wäre eine Inszenierung epochalen Ausmaßes möglich. Die Hoffnung nicht gleich nach oder während der Uraufführung abgesetzt und eingemottet zu werden ist nicht einmal im Ansatz vorhanden. Das Scheitern mit Nägeln im Schlepptau verleiht dem gesamten Trauerspiel etwas Würde. Denn Nägel sind gesellschaftliche Sympathieträger und halten alles zusammen. Als Alternative kann man es noch mit Schrauben probieren. Wenn nur dieses hässliche Gewinde nicht wäre.

Alle 2gewinnt Wortspiele/Videos

Homajon

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