Katzen sind keine Menschen

Quelle: 2gewinnt/Homajon

„Tiere sind keine Menschen. Tiere sind keine Menschen!“, wiederholte der holzbeinige und -köpfige Theodor. Eigentlich mochte er keine Katzen. Menschen waren ihm wesentlich lieber. Doch diese mieden ihn. Denn er stank nach Schnaps und skandierte bei jeder Gelegenheit rechte Parolen. Ein Dummkopf, mit dem keiner was zu tun haben wollte. Vor ein paar Jahre hatte er sich sein linkes Ohr entfernen lassen. Dieses bewahrt er in einem alten Gurkenglas mit Alkohollösung auf. Für ihn war das eine schöne Dekorationsidee.

Er packte die Katze am Schwanz und schmiss sie in hohen Bogen aus dem Fenster. Sie landete auf dem Gehweg, unverletzt. Der überzüchtete Dobermann des Nachbarn sah das, stürzte auf die Straße und wurde von dem heranrasenden Wagen eines Regionalpolitikers erfasst. Die Versicherung kam, wenn auch widerwillig, für den Schaden auf.

Theodor bekam davon nichts mit. Er lag nach einem Sturz mit aufgeschlagenem Kopf in seinem eigenen Erbrochenen. Es wärmt ihm. Es war die einzige Wärme die er noch erfuhr.
Früher, ja da hatte er Freunde. Bis zu seiner Erkrankung: Lungen- und Hautkrebs wurde diagnostiziert. Um ihn aufzumuntern schenkte man ihm zum Geburtstag Zigaretten und eine Sonnenbank.

Eigentlich mochte er auch keine Menschen. Katzen hasste er. Seine Katze war ein Vogel. Und er? Er hieß auch nicht Theodor.

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Homajon

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