Reisetagebuch – 2gewinnt auf Tour: Dokapi, Linz +++Liveticker+++

12:09, Wien
Liebes Tagebuch, wir sind bereits am Weg nach Linz, der wohl hässlichsten Stadt unseres Sonnensystems. Egal, es zählen die inneren Werte. Wie beim Punschkrapfen. (H)

12:56, Wien
Trotz seiner zwei Holzbeine ist D. ein mittelmäßiger Autofahrer. Die Autobahn haben wir noch nicht erreicht. Dafür scheint D. gut zu schlafen. Er sieht so friedlich aus hinter dem Steuer. Die Leitplanken sprühen wunderschöne gelb-orange Funken. Aber ich will meinen Chauffeur nicht aus dem Schlaf reißen. Ich ertrage seine Falsettstimme einfach nicht. (H)

13:13, Irgendwo außerhalb Wiens
Schnapszahl. Huch, Laster. Der LKW der Foundation wirkte von innen immer größer als von außen. So war das eben in den 80ern. (H)

13:41, Melk
Ich würde gerne einen Eintrag ins Reisetagebuch schreiben aber leider muss ich Autofahren: denn H. hat keinen Führerschein (diktiert von D, nicht gegengelesen)

13:55, Amstetten
Was viele in Amstetten nicht wissen: man kann den Keller auch nur zum Kartoffeln lagern nutzen. (H)

14:09, Haag
Der schönste Euphemismus für rektale Ausscheidungen ist „Pferdeäpfel“. Marketingtechnisch schlau gelöst. Aber cleveres Wording macht aus Gestank kein Rosenwasser. (H)

14:22, Linz-Zentrum
D. redet mit mir. Er hat sich nicht die Zähne geputzt. Ist das nun „Dirty Talk“? (H)

14:57, Linz-Café Dokapi
Ziel erreicht. Die Bühne ist ziemlich klein. Mir läuft ein kalter Schauer den Rücken hinunter, wenn ich daran denke sie zwei Stunden mit H. zu teilen. Aber wieder zurück fahren zahlt sich auch nicht aus. (D)

15:14, Café Dokapi
Es ist soweit D. und ich schweigen uns an. Dabei hat die Tour eben erst begonnen. Man muss auch gemeinsam schweigen können. (H)

16:43, am Ufer
Es ist empirisch bewiesen: Linz ist hässlich und windig. Das Detroit Österreichs. (H)

17:37, Café Dokapi
Streit um den Wein. Bis einer weint. (H)

19:05, auf der Couch vor der Bühne
Eine Runde Schlaf. D und ich kuscheln wieder. Jeder für sich und räumlich getrennt. D. ist ein schleißiger Tagebuch-Schreiber. Ihm fehlt die kognitive Leistung, meint sein Veterinärmediziner. Wie Recht er hat. (H)

19:36, Bühnenboden
Publikum, bitte lieb sein. In 20 Minuten beginnt’s in Linz. (H)

00:00, Linz
Merci an das kritische Publikum in Linz. Es war eine Freude und Herausforderung im Dokapi spielen zu dürfen. Danke an den großartigen Techniker S. und A. für die Organisation und Verköstigung. (H)

10:04, Im Bett, Wien
Der Morgen danach. Ist das wirklich passiert? Waren wir wirklich in Linz? Ja, denn mein Kopf brummt noch immer von H’s Schlag gestern auf der Bühne. Was nehmen wir mit? Eine unvergessliche Erfahrung und die Tatsache, dass Linzer Kunststudenten anders sind. Und das ist gut so. (D)

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